Sofalesungen

Clara Heinrich
«Pusztagold»

© Amelie Amei Kahn-Ackermann

Zürich

So 26.10.2025 17:00 Uhr

zu Gast bei Ort wird bei der Anmeldung bekannt gegeben

Eintritt Zahl, was du magst: 10 / 20 / 30 (mit KulturLegi 5.-)

Für diese Veranstaltung bitten wir alle eine Maske zu tragen. Masken werden unentgeltlich vor Ort zur Verfügung gestellt. 


Das WC ist barrierefrei zugänglich. Bei der Tür zum Lesungsraum gibt es eine kleine Schwelle. Bei Fragen zur Barrierefreiheit geben wir gerne unter zuerichliest@sofalesungen.ch Auskunft.

Clara Heinrich

geboren 1993, studierte Sprachkunst und Politikwissenschaft in Wien, Berlin und Aix-en-Provence. Sie war Finalistin beim Literaturpreis Open Mike 2019 in Berlin und hat 2021 für einen Auszug aus Pusztagold den Burgenländischen Literaturpreis gewonnen. 2022 war sie Stipendiatin beim Klagenfurter Literaturkurs und 2023 stand sie auf der Shortlist für den Wortmeldungen-Förderpreis. Clara Heinrich veröffentlichte Gedichte in diversen Anthologien und Magazinen, unter anderem in der Edit, im Process*in und in der Open Poems Anthologie beim Poesiefestival Berlin. Heute lebt sie im Osten von Österreich und betreibt dort die Marktgärtnerei Clarence Gärten. Pusztagold ist ihr literarisches Debüt.

Moderation:

Ava Slappnig

Ava Slappnig hat in Bern, Basel und Zürich Kulturpublizistik, Germanistik und Gender Studies studiert. Sie arbeitet als Studiengangsassistenz, Aufsicht und Texterin. Als freie Journalistin schreibt sie für unterschiedliche Magazine und Zeitungen. Sie ist Mitgründerin und Mitherausgeberin des feministischen Literaturmagazins Edition Gossip. 

«Pusztagold»

Sie ist vor einiger Zeit zurückgekehrt, zurück an den Ort ihrer Kindheit, ganz im Osten von Österreich, wenige Kilometer vor der ungarischen Grenze. Hier ist sie aufgewachsen, zwischen Marillenbäumen und Reben, hier ist die Sprache rau und kantig, das hat ihr als Kind nie behagt. Die Landschaft hier heißt Puszta, was Einöde, Wüste, unfruchtbares, brachliegendes Land bedeutet.


Bevor sie zurückkam, hat sie in Berlin gelebt, gemeinsam mit ihrem Partner A. Als A. schwer an ME/CFS erkrankte, war er mehr und mehr auf ihre Fürsorge angewiesen, sie pflegte ihn rund um die Uhr. Als es nicht mehr ging, zogen sie zusammen zurück ins Dorf ihrer Kindheit. Als Zurückgekehrte lernt sie die Großeltern noch einmal neu kennen, entdeckt liebevolle Zugewandtheit zwischen den Rebzeilen und die Artenvielfalt in der vermeintlichen Einöde. Sie beobachtet, sammelt, pflanzt an, setzt aus, kultiviert und verbindet sich. Sie pflanzt einen Wald in die Brache, hofft auf die Würmer und denkt: Jetzt ist eine gute Zeit für Lyrik.


Clara Heinrich schreibt in Pusztagold über eine Liebe in Krankheit, über Familienbäume, darüber, was es bedeutet, sich zu sorgen – um Menschen, Saatgut, die Natur. Immer im Wissen um die gegenseitige Interdependenz. In ihrer Poetik des Sammelns und Kultivierens verwebt sie die Stimmen von Donna Haraway, Anna Lowenhaupt Tsing, Joan Tronto und vielen anderen mit ihrer eigenen Erfahrung.


Pusztagold ist ein Buch über das widerständische, politische und künstlerische Potenzial von Care, übers Wachsen und über die Frage, ob sich eine Landschaft wie ein Gedicht lesen ließe.

© Paula Troxler

Wenn ich die Zeit finde, mache ich Ausflüge zu den näherliegenden, sterbenden Salzlacken und rufe A auf FaceTime an, um ihm die Gegend zu zeigen, in der er jetzt wohnt. Die Gegend, in der das Haus steht, in dem er im Bett liegt. Liegen muss.

Pusztagold, S. 20, Aki Verlag 2025

Welches Buch würdest du am liebsten vorlesen?

​Niemands Frau von Barbara Köhler


Welches Buch würdest du dir am liebsten vorlesen lassen? Und von wem?

​alfabet / alphabet von Inger Christensen, in der Originalsprache von der Autorin gelesen


Welches Buch hat dich besonders geprägt?

​I love Dick und Aliens & Anorexie von Chris Kraus. Das hat meinen Zugang zu Literatur, meine Lesehaltung und mein Schreiben komplett verändert.

In Kooperation mit Zürich liest. 

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