Sofalesungen

Julia Haenni
«frau verschwindet. Eine Trilogie»

@verlagderautoren 

@larche_editeur

Zürich

So 21.06.2026 17:00 Uhr

zu Gast bei KraftWerk1, Hardturmstrasse 269, 8005 Zürich

Eintritt Zahl, was du magst: 10 / 20 / 30 (mit KulturLegi 5.-)

In Julia Haennis Buch «frau verschwindet. Eine Trilogie» (Der Verlag der Autoren 2025) geht es um genau das – das Verschwinden der Frau. Egal, ob in der Kriminalstatistik, der Geschichte oder der medizinischen Forschung, die Frau entschwindet. Immer noch. Wieder. Das Buch besteht aus drei Texten, die ursprünglich für das Theater geschrieben wurden und in denen auch der Humor nicht auf der Strecke bleibt. Sie zeigt auch, wie sich ihre Protagonistinnen das Verschwinden zu eigen machen und sich somit aus den hartnäckigen patriarchalen Strukturen befreien. Julia Haenni gilt als eine der bemerkenswertesten Dramatikerinnen der Schweiz und wurde für «frau verschwindet» mit dem Berner Literaturpreisausgezeichnet.

Julia Haenni und die Schauspielerin Chantal Dubs werden die Texte gemeinsam vortragen.  

Julia Haenni

Julia Haenni (*1988 im Aargau) arbeitet als freie Autorin, Regisseurin und Performerin in diversen Konstellationen. Sie studierte Theaterregie an der Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK)sowie Theaterwissenschaften und Germanistik an den Universitäten Bern und Berlin. Ihre Theaterarbeiten und -texte wurden an Theatern und Festivals in ganz Europa gezeigt und vielfach übersetzt. 2017 war sie Stipendiatin des DRAMENPROZESSOR, wo ihr Stück Frau im Wald entstand, welches in der Inszenierung des Theater Marie zum Heidelberger Stückemarkt und zum Drama Fest in Mexiko City eingeladen wurde. In der Spielzeit 2018/19 war sie Hausautorin am Konzert Theater Bern, wo sie frau verschwindet (versionen) schrieb, welches mit dem Berner Literaturpreis ausgezeichnet wurde. 2020 erschien ihre erste Publikation kiosktexte mit kurzen Auftrags- und spoken-word-Texten. 2021 gab sie gemeinsam mit der Fotografin Mali Lazell das Fotobuch ICH WILL ALLES! Streikporträts heraus, welches den feministischen Streik 2019 in Wort und Bild dokumentiert und für den Deutschen Fotobuch-Preis nominiert wurde. Von 2019 bis 2022 war sie Co–Leiterin der Jungen Marie und 2022 im Leitungskollektiv des Theater Marie. Nebenher lehrt sie seit langem im Rahmen diverser Workshops und in den Theaterstudiengängen an der ZHdK, wo sie seit 2024 künstlerische Mitarbeiterin im Regiestudiengang ist. Für ihr Werk erhielt sie 2021 den Welti-Preis für das Drama, sowie 2024 den Deutschen Jugendtheaterpreis für die Auftragsarbeit Angst oder Hase am Orchester Theater Heidelberg. 2025 erscheint ihr Stückeband frau verschwindet. Eine Trilogie beim Verlag der Autoren, der sie auch sonst vertritt. Das Buch besteht aus drei ihrer Theaterstücke: frau im wald, frau verschwindet (versionen) und frau heilt (party)

Moderation:

Fadrina Arpagaus

Fadrina Arpagaus (*1980 in Zürich) studierte Germanistikund Philosophie in Zürich und Berlin sowie Geschichte und Theorie derArchitektur an der ETH Zürich. Sie war mehrere Jahre als feste Dramaturgin amTheater Basel und am Theater Neumarkt Zürich engagiert und arbeitete frei alsJournalistin, Texterin und als Dramaturgin der Berliner OpernkompagnieNovoflot. 2015-2017 leitete sie das Veranstaltungsprogramm des ZürcherDebattierhauses «Karl*a der*die Grosse» mit Fokus auf gesellschaftspolitischeGegenwartsthemen, bevor sie feste Engagements als Dramaturgin an die BühnenBern und ans Schauspielhaus Zürich führten. 2022-2025 co-leitete FadrinaArpagaus das Schweizer Autor*innenförderprogramm DRAMENPROZESSOR. Seit 2024arbeitet sie als freie Dramaturgin, unterrichtet im MA / BA Dramaturgie undRegie an der Zürcher Hochschule der Künste und leitet zusammen mit PhilineErni das Festival PLAY neue schweizer theatertexte. 

«frau verschwindet. Eine Trilogie»

Frauen verschwinden. Nicht nur laut Kriminalstatistik, sondern auch aus Parlamenten, Diskursen, medizinischer Forschung, Geschichte. Und in den USA sogar wieder aus dem amtlichen Vokabular. Falls sie überhaupt jemals darin vorkamen. 

​Julia Haenni erzählt in ihrer Theater-Trilogie FRAU VERSCHWINDET von dieser patriarchalen Welt. In schneller, rhythmisierter Sprache, mit wachsender Wut und grotesker Komik entlarvt sie gewaltvolle Zuschreibungen und hartnäckige Mythen und legt den damit verbundenen Schmerz offen. Sie erzählt aber auch davon, wie sich ihre Protagonistinnen das Verschwinden zu eigen machen: Um sich aus den Strukturen zu befreien, die sie kleinhalten und in immer dieselben Geschichten zwingen. 

Julia Haennis kraftvolle, polyphone, fugenartig komponierte Sprechtexte geben Frauen Stimmen – im übertragenen Sinne und konkret für Schauspielerinnen*. Und verweisen mit ihrer chorischen Sprengkraft über Einzelschicksale hinaus.

© Paula Troxler

Sie sieht die Frauen über die Bäume klettern von Wipfel zu Wipfel springen

Aber sie verheddern sich sie bleiben in den Ästen hängen ihre Haare ihre Kleider ihre Füße bleiben im Moos kleben

frau verschwindet. Eine Trilogie, S. 89, Verlag der Autoren 2025

Welches Buch platzierst du auf deinem Nachttisch, wenn ein vielversprechendes Date ansteht?

 Living a Feminist Life;)

Und On Connection von Kae Tempest. 

Dann ist gleich mal klar, wofür ich (ein)stehe ;)

 

Welches Buch würdest du am liebsten vorlesen?

Miroloi von Karen Köhler. Es hat mich total von den Socken gehauen, hineingezogen und verändert wieder ausgespuckt, mich glücklich, unglaublich traurig, wütend und zugleich hoffnungsvoll zurückgelassen - wie es nur grossartige Literatur vermag.

 

Welches Buch hat dich besonders geprägt? 

Hexen. Die unbesiegte Macht der Frauen von Mona Chollet. 

Selten hab ich mich von einem Buch so sehr gesehen und verstanden gefühlt. 

In Kooperation mit dem Literaturhaus Zürich.

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