Iris Keller
Iris Keller (*1988) ist Regisseurin, Autorin und Performerin. Sie studierte Europa-Studien / Kulturwissenschaften und zeitgenössisches Figurentheater in Frankreich und Deutschland. Seit ihrem Abschluss 2015 arbeitet sie als freischaffende Künstlerin und bringt zahlreiche Projekte mit zeitgenössischem Figurentheater auf die Bühnen der Schweiz, Deutschlands und Frankreichs. Iris Keller ist Gründungsmitglied der Theaterkollektive Kompanie 1/10 und puls_de_kern. 2017 Nachwuchs-Förderpreis der Stadt Ulm für Regie- und Autorinnenarbeit «Durch die Nacht mit». 2018 writer in residence Vechta und anschliessende Buchveröffentlichung Reisebericht mit Verd und Tour mit gleichnamiger szenischer Lesung. Seit 2019 ist sie Leiterin der Literaturvermittlung für Kinder in der GGG Stadtbibliothek Basel.
Moderation:
Johanna-Maria Raimund
Johanna-Maria Raimund (*1991) arbeitet als freischaffende Dramaturgin und Produktionsleiterin in den Bereichen Theater & Tanz. Sie schloss 2017 den BA of Arts in Theater, Praxisfeld Dramaturgie an der ZHdK ab, hat zwei Kinder (*2015 & *2020) und stammt aus Wien. Seit 2021 ist sie Co-Leiterin des Tanzfestivals Tanzmehr. Weiter ist sie als Produktionsleitung und Auge-von-Aussen für freie Theatergruppen tätig und engagiert sich bei art+care für eine bessere Vereinbarkeit von Arbeit im Kulturbereich mit Care-Verantwortung.
«Walwerdung»
In Erwartung einer natürlichen Geburt kommt alles anders als erwartet und geplant. Die Mutter wird zum Wal, das Kind will nicht geboren werden, der Partner ist überfordert, alle sind überfordert. Und warum soll man ein Kind in eine Welt gebären, die ökologisch auf der Kippe steht? Die gigantische Grazie der Wale und ihre von der Ausrottung bedrohte Existenz entfaltet ein Spannungsfeld zwischen Überlebenswillen und Fragilität. Iris Keller erzählt in ihrem Roman in aufwühlender, schonungsloser Weise vom schwierigen Prozess des Mutterwerdens, in dem nichts selbstverständlich ist. Vielmehr verändern Schwangerschaft und Geburt alles auf grundlegende Weise: den Körper der Frau, Beziehung und Rollenbilder, die Position in der Familie – und die Frage der Verantwortung angesichts von Umweltzerstörung, Ausbeutung der Natur und schwindender Zukunft.