Sofalesungen

Eric Ehrhardt
«Im Klauhof»

© Anja Karolina Furrer

Basel

So 13.09.2026 17:00 Uhr

zu Gast bei Gärtnerhuus Schwarzpark, Gellertstrasse 133, 4052 Basel

Eintritt Zahl, was du magst: 10 / 20 / 30 (mit KulturLegi 5.-)

Komm schon um 14 Uhr zum gemütlichen Silent Reading Rave <3

Eric Ehrhardt

Jahrgang 1989, Studium in Leipzig, Basel und New York. Veröffentlichung von Gedichten, Erzählungen und Essays in verschiedenen Literaturzeitschriften und Anthologien, u.a. in Jenny, Edit, Bella triste und ’Apostrophe. In Illustration, video-installativen Arbeiten und Performance öffnet er die Texte für künstlerische Formate. Kürzlich erhielt er das Fellowship : Literatur der Stiftung Insel Hombroich. Derzeit arbeitet er an seinem Debüt »Im Klauhof«, gefördert durch einen Werkbeitrag vom Literaturausschuss beider Basel, und dem Lyrikband »Ganz mein Dings«.

Moderation:

Stefan Humbel

hat Deutsche Literatur und Philosophie studiert und unterrichtet an der Hochschule der Künste Bern am Schweizerischen Literaturinstitut und im Master in Contemporary Arts Practice. Ausserdem arbeitet er in der Kinemathek Lichtspiel in der Programmierung und als Filmvorführer. Er lebt in Bern.

«Im Klauhof»

Eric Ehrhardt entwirft mit Im Klauhof eine schauerliche Welt, in der das Einkaufszentrum überall ist und die Eigenlogik des „Werbekriegs“ herrscht, die Menschen zu Waren macht. Im Schatten der großen Preisoffensive des Shoppingcenters rüstet sich die „Vermehrungsmeute“ für die Erstürmung der Warenpyramide. Konzepte des Merkantilen vermischen sich mit dem Kriegsgenre, Wortüberlagerungen wie „Strammkunden“ oder „Artikellie“ versetzen das Geschehen in eine Dimension sprachlicher Absurdität, die der Gegenwart nahetritt.

Ein furioses Spiel von Handel und Händel mit Wörtern und Wendungen orchestriert einen Zustand des kompletten Kaufrauschs. Mittels der Puns von Werberhetorik erzeugte Mutanten wie „Pickelegge“ oder „Schluckbürste“ irrlichtern Hunderte neue Trademarks an Orten wie Epicerey, Conserville oder Saint-Carrefour. Im 3D-Programm „Blender“ vom Autor quasi händisch geknetete Illustrationen eines Finger-Zahlencodes verweisen auf versteckte wie auf der Hand liegende Systeme, gegen die ein schelmisches Ich zusammen mit dem sprechenden Klau-Rucksack Schlucki anzukämpfen versucht. Es sind trickreiche „Diebstechniken“ und anarchischer Boykott, die das Getriebe von Konsumismus und Konformismus unterlaufen, analog den poetischen Kalkülen dieses superdichten Textgewebes zwischen Regelzwang und Subversion.

Im Klauhof ist eine ebenso groteske wie bezugsreiche Allegorie auf die Funktionsweisen von Macht, Herrschaft und deren Vermarktung – und die ultimative Lektüre zum Einüben nicht nur literarischer Kryptographien.

© Paula Troxler

Dass die Träume immer wahrer werden, machte noch die einseichtigste Markenbotschaft von winzigstem Streukreis zu einer Herz zu nehmenden -ebensbedrohung. Denn Ware lobt sich wahrlich selbst, wären die Verkaufsargumente auch gelogen.

Im Klauhof, S. 13, Ritter 2026

In welchem Buch wärst du gern mit dabei?

Doom Patrol von Grant Morrison. (Ist ein Comic.)


Welches Buch würdest du am liebsten vorlesen?

Wenn meine Tochter erst alt genug ist: Die BrüderLöwenherz. (Sie ist 1. <3)


Auf welchen Drink würdest du deine:n Lieblingsautor:ingerne einmal einladen?

Picon bière.


Welches Buch hat dich besonders geprägt?

Gibt’s einige. Etwa Jean Pauls «Des LuftschiffersGianozzo Seebuch».

Bachmanns Gedichte, Dickinsons Gedichte, Pastiors«Gedichtgedichte», «Nichts, das ist» von Egger oder Rincks «Honigprotokolle».Wittgensteins «Tractatus» oder Remarques «Im Westen nichts Neues».

In Kooperation mit dem Literaturhaus Basel.

Wir sind Teil von KulturPLUS1. Wenn du eine unterstützende Begleitung für eine Lesung suchst, melde dich bis eine Woche vorher und reserviere dir eine PLUS1 Eintrittskarte (+41763615973 | info@sofalesungen.ch). Zur Karte vermitteln wir dir eine:n Kulturbegleiter:in als Assistenzperson.

In Zusammenarbeit mit Silent Reading Rave.

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